SIGNAL AM DACHSTEIN

Signal am Dachstein – ein La Strada-Projekt in Koproduktion mit dem niederländischen Künstlerduo Strijbos & Van Rijswijk, dem europäischen Netzwerk IN SITU und in Kooperation mit dem Festival der Regionen Oberösterreich – setzt sich in sensibler, künstlerischer Weise mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinander und rückt den Gletscher des Dachsteins ins Zentrum der Wahrnehmung. Die Raumklang-Installation bildete zwar den Höhepunkt der Landschaftsoper, ihre Ouvertüren begannen aber bereits in den Tälern. Mehrere Seilschaften machten sich vom Tal aus auf den Weg zum Gletscher. Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, Alpinist:innen und Expert:innen tauschten sich dabei über Themen wie Artenvielfalt, Natur- und Kulturgeschichte, Gletscherwesen, Klimawandel und Geologie aus. 

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit entsteht so ein Kulturprojekt, das sich mit der aktuellen Lebenswelt und der kulturellen Identität der Menschen in der Region auseinandersetzt – der Beginn eines längerfristigen Austausches mit Kulturinstitutionen und -referaten der Gemeinden und einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit jungen Künstler:innen aus der Region, die sich bis 2024 entwickeln wird.

Die an der Landschaftsoper Signal am Dachstein 2021 bereits beteiligten Künstler:innen stehen in engem Bezug zur Region rund um den Dachstein. Die fünf eint eine besonders sensible künstlerische Weise, sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinanderzusetzen und die der Region eigenen Fragestellungen ins Zentrum der Wahrnehmung zu bringen. In den kommenden Jahren bis 2024 werden sie als „site-related artists“ von La Strada unterstützt und bei der Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Arbeit begleitet. Die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, der Kulturgeschichte und den Auswirkungen des Klimawandels in der Dachstein-Region bleiben dabei zentrale Motive.

Auf internationaler Ebene bildet Signal am Dachstein den Auftakt zu einer Projektreihe, die sich mit dem Thema Mensch und Natur im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf künstlerische Weise auseinandersetzt. Langfristige Kooperationen, wie sie in der Region rund um den Dachstein angestrebt werden, stehen auch im Fokus des von La Strada mitbegründeten und von der Europäischen Union geförderten Netzwerkes IN SITU. Bis 2024 werden sich Künstler:innen Fragen des gesellschaftlichen Wandels und Veränderungsprozessen in ganz Europa widmen. Seit vielen Jahren konzentriert sich La Strada auf solche Projekte der Community Art, die die internationalen Netzwerke mit den regionalen Initiativen zusammenführen, um gemeinsam Horizonte zu erweitern und Perspektiven zu verschieben. Denn die Kreativität gehört nicht nur auf die Bühne oder in den Vortragssaal, sondern auch in das tägliche Leben.

Die Künstler:innen

© Andreas Steger
STEFANIE WEBERHOFER

… geboren in Schladming, lebt und arbeitet in Wien als Film- und Medienkünstlerin. Dennoch hat ihre Heimat sie thematisch nie los-gelassen. Sie beschäftigt sich mit dem breit gefächerten Bereich des experimentellen, unabhängigen handmade Films. Ihre Arbeiten werden im Kino sowie im Ausstel-lungskontext oder per-formativ aufgeführt. Im Rahmen von Signal am Dachstein konzentriert sich ihre Arbeit rund um die Super8-Kamera. In doku-mentarischem, essayis-tischem bis experimen-tellem Stil widmet sie sich Themen der Region wie zum Beispiel dem Snow-Farming, Alpenkräutern, der Arbeit von in der Region tätigen Künstler:innen und Literat:innen. Die besondere Qualität der Super8-Kamera ist, dass sie durch ihre technischen Gegebenheiten auch immer den formalen Rahmen der Arbeiten bestimmt. Es steht also für jedes Thema eine Film-Kassette zur Verfügung – es entsteht eine Serie von Filmen über die Region, die sowohl individuell für sich stehen können, als auch gemeinsam ein umfassen-des Bild der Region rund um den Dachstein zeigen.

© Tomaž Druml
CHRISTOPH SZALAY

… ist gebürtiger Grazer, aufgewachsen in der Obersteiermark. Vom Traum vom Weltmeister und Olympiasieger in der Nordischen Kombination fand er zur Kunst. Studierte zunächst in Graz, später in Berlin, nur um wieder nach Graz und schließlich ins Ennstal zurückzukommen. Seine künstlerische Praxis umfasst transdisziplinäres Arbeiten in unterschied-lichen Konstellationen und Kontexten. Aktuell liegt der Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit dem Ausdauersport sowohl als praktischer wie auch diskursiver Rahmen für ein Nachdenken über ein Handeln in Begriffen wie Empowerment, Nachhaltig-keit, Softness, Body Aware-ness und Landschaft. Im Rahmen von Signal am Dachstein liegt sein Fokus vor allem auf der Auseinan-dersetzung mit den Begriffen und Realitäten von Wohn- und Lebensraum im Ennstal, oder anders: wem gehören und gelten diese Landschaften und das vermeintlich gute Leben am Land? Wie lässt sich ein Leben gestalten und wie kann man sich dieses überhaupt leisten in einer Region zwischen Hyper-tourismus, Tradition, Zweitwohnsitzen und dem Versuch von Nachhaltigkeit?

© Julian Zehetleitner
KATHARINA PFENNICH

… aufgewachsen in Ramsau am Dachstein, aber auch in Frankreich, Großbritannien und seit Kurzem in der Schweiz zuhause. Sie erschafft neue Klangwelten, indem sie ihr akustisches Umfeld auslotet und manipuliert. Sie liebt es, die Klänge von ungewöhnlich-en Umgebungen einzu-fangen. Zu diesen unge-wöhnlichen Klangwelten
gehört auch der Dachstein mit seinem Gletscher, den Gletscherspalten, Höhlen und Gletscherbächen. Das Bewusstsein, dass wir wahrscheinlich die letzte Generation sind, die diese Gletscher(klang)welt in dieser Form erleben kann, hat zur Idee eines akustischen Gletscher-archivs inspiriert. Eng an der Schnittstelle zur Wissenschaft und Ökologie setzt sich Katharina Pfennich mit der Gletscher-schmelze und den Veränderungen unseres natürlichen Klangraumes auseinander. Aus den gesammelten Aufnahmen – von der Oberfläche des Gletschers, aus seinen Spalten und Höhlen, aber auch dem Inneren des Bergs selbst – komponiert sie wiederum neue Soundscapes, die man als akustische Installationen erleben kann.

© Andreas Huber
CHRISTOPH HUBER

… ist Fotograf, aber auch Hobbymusiker, diplomierter Sozialbetreuer und gelernter Buchdrucker. Er lebt in St. Martin/Grimming, über den Sommer auf der Königreichalm am Dachsteinplateau. Diese Umgebung, die Region rund um den Dachstein, ist seine Heimat, mit der er sich in seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt – die ihn beschäftigt. Im Rahmen von Signal am Dachstein geht er bis 2024 dem „Warum?“ und dem „Wie?“ auf den Grund. Warum rührt ihn seine Heimat immer noch, ob-wohl er schon sein ganzes Leben in ihr verbringt? Wie stellt sich die romantisierte „heile“ Welt rund um den Dachstein dar, wie und warum könnte sie ins Unheil kippen? Wie hängen Heustadeln, das Dachsteingebirge, der Tourismus, das Verhältnis von Mensch und Natur damit zusammen?

© Dovile Sermokas
MARIE-THERES HÄRTEL

… ist in der Steiermark als Musikantenkind neben dem Tanzboden aufgewachsen und hat dort schlafend in unzähligen Nächten die alpenländische Volksmusik in sich aufgesogen. Als eine der Vorreiterinnen der „Neuen Volksmusik“ verbindet sie häufig Traditionelles aus den Alpen mit Jazz und anderen, internationalen Musik-dialekten. Bis 2024 wird sie im Rahmen des Projekts – inspiriert von Wanderungen rund um den Dachstein und ihrer familiären Beziehung zur Region – eine musi-kalische Verbindung zwischen den musikali-schen Dialekten, Ort-schaften und Tälern der Dachsteinregion schaffen. Ihre Kompositionen vertonen einzelne Etappen dieser Wanderungen; Musiker:innen, die selbst einen engen Bezug zur Region haben, werden diese Kompositionen gemeinsam mit Marie-Theres zum Klingen bringen. Und so auch den Dachstein erneut zum Klingen bringen.

Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Die grafischen La Strada-Produkte werden klimaneutral von der Medienfabrik Graz produziert und gemeinsam mit ClimatePartner unterstützen wir die nachhaltige Entwicklung im Alpenraum.