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ABGESAGT: Open Class 2 – Emotionen, soziologisch betrachtet

12. September / 18:00 - 20:00

Kostenlos

Abgesagt
Aus terminlichen Gründen muss dieser Termin abgesagt werden. Ein Ersatztermin wird bekannt gegeben.

 

Emotionen – soziologisch betrachtet

Emotionen sind keineswegs nur etwas Individuelles/Persönliches. Die soziale Existenz des Menschen bringt es mit sich, dass auch unsere Emotionen eng mit dem jeweiligen sozialen Umfeld verknüpft sind. Die Soziologie der Emotionen widmet sich der näheren Erforschung dieses Phänomens und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Emotionsforschung.

Im Rahmen der ‚open class‘ wird anhand von Alltagsbeispielen dieses Themenfeld näher dargestellt und dabei zugleich Einblick in die Arbeitsweise der Soziologie gegeben.

Bereits beim gedanklichen Durchspielen einfacher Alltagssituationen wird deutlich, dass große Teile unseres Gefühlslebens aus unseren Erfahrungen mit anderen resultieren. Wenn wir mit anderen zusammentreffen, reagieren wir immer auch (bewusst oder unbewusst) gefühlsmäßig auf diese, etwa mit Sympathie oder Antipathie. Wir streben die Zuneigung bestimmter Personen an, während wir uns von anderen abzugrenzen versuchen oder ihren Zorn fürchten. Wir trösten Trauernde, schämen uns für eigene Missgeschicke oder diejenigen anderer. Wir freuen uns über die Erfolge unserer Freunde und weinen mit ihnen über das traurige Ende eines Kinofilms. Ein guter Teil unserer Gedanken und unseres Strebens richtet sich also auf emotionale Belange. Unsere soziale Existenz 'erzeugt' jedoch nicht nur bestimmte Gefühle in uns (die dann gewissermaßen als rein persönliche Belange betrachtet werden könnten), diese Gefühle haben auch einen wesentlichen Einfluss auf die Art unserer Handlungen und damit auf den weiteren Verlauf des Zusammenlebens. Wir reagieren auf unsere soziale Umgebung, indem wir diese emotional bewerten und wir handeln in dieser Umgebung auf der Grundlage unserer emotionalen Gestimmtheiten, wobei die erlernten sozialen und kulturellen Regeln eine wichtige Rolle für die Art und Weise unserer Bewertungen und Handlungstendenzen spielen. Worüber wir uns beispielsweise ärgern, hängt eng mit den von uns erlernten Gerechtigkeitsvorstellungen zusammen, deren Verletzung erst zu unserem Gefühl des Ärgers führt. Ob es sodann gestattet ist, diesen Ärger offen auszuleben oder ob wir gezwungen sind, ihn zu unterdrücken, hängt ebenfalls von der Zeit und Gesellschaft, in der wir leben, ab.

 

Katharina Scherke
* 1969 in Offenbach/Main, lebt seit 1982 in Österreich; Studium der Soziologie und Kunstgeschichte; seit 2007 außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Soziologie der Universität Graz; Sprecherin des universitären Forschungsnetzwerkes 'Heterogenität und Kohäsion'.

Forschungsschwerpunkte: Kultur- und Kunstsoziologie, Geschichte der Soziologie, Soziologische Theorie, Soziologie der Emotionen und Wissenschaftssoziologie.

Details

Datum:
12. September
Zeit:
18:00 - 20:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Tennenmälzerei
Alte Poststraße 184
Graz, Steiermark 8020 Österreich
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